Pädiatrie

Ergotherapie für Kinder

Die Entwicklung eines Kindes baut sich Stück für Stück auf der Basis bisher gemachter Erfahrungen auf. Kinder greifen auf Erlerntes zurück, festigen dieses und streben nach Neuem, wollen entdecken, erfahren und lernen. Sie sind neugierig und wollen die Welt verstehen. Im Spiel und in der Bewegung lernen sie.

Wird die Lust zu lernen, die Neugier, die „ständige Entdeckungsreise“ unterbrochen, gestört oder ins Ungleichgewicht gebracht, dann versuchen wir durch Spiel, Bewegung und persönliche Beziehung dem Kind (manchmal im wahrsten Sinne des Wortes) auf die Sprünge zu helfen, damit es eigenständig weiter seine Erfahrungen machen kann.

Die Ursachen für eine Verzögerung in der Entwicklung können sehr unterschiedlich und komplex sein. In der Regel kommen Kinder und Jugendliche mit Schwierigkeiten oder Störungen

  • bei der Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen
  • in der Grob- und Feinmotorik
  • bei der Graphomotorik
  • bei der Entwicklung im körperlichen, geistigen oder seelischen Bereich
  • durch Verhaltensabweichungen wie z.B. Ängste, Aggressionen, Abwehr, Passivität oder Hyperaktivität
  • bei cerebralen Paresen
  • im schulischen Bereich (Konzentrationsstörungen, Lese-/ Rechtschreibstörungen, Rechenschwäche)
  • bei Teilleistungsstörungen

Entwicklungsförderung durch Spiel und Bewegung

Die persönliche Beziehung und ein guter Kontakt zwischen dem Kind und der Therapeutin/ dem Therapeuten ist sehr wichtig für das Gelingen einer Therapie. Das Kind will als Person gesehen und verstanden werden. Das Spiel, die Bewegung oder die Musik dienen als Medium auf dem Weg zur Entwicklungsförderung.

Dazu gehört der regelmäßige Austausch mit den Eltern, ÄrztInnen, evtl. anderen TherapeutInnen, LehrerInnen oder ErzieherInnen, um das Kind besser verstehen und die Inhalte und Ziele innerhalb der Therapie in den Alltag integrieren zu können.

„Übergeordnetes Ziel ist immer die größtmögliche Handlungskompetenz und
im Zusammenhang damit die größtmögliche Selbstständigkeit des Kindes. Dazu gehört z.B.

  • Verbesserung der Bewegungsabläufe, der Tonusregulation und der Koordination
  • Umsetzung und Integration von Sinneswahrnehmung / sensorische Integration und die Verbesserung der Körperwahrnehmung und des Körperschemas
  • Hilfen zur Verbesserung der visuellen und auditiven Wahrnehmung u.a. als Voraussetzung zum schulischen Lernen
  • Entwicklung und Verbesserung von kognitiven Fähigkeiten wie Konzentration und Ausdauer
  • Entwicklung und Verbesserung von sozio-emotionalen Kompetenzen, u.a. in den Bereichen der emotionalen Steuerung, der Affekte, der Motivation oder der Kommunikation
  • Integration des Kindes in Familie und Umwelt
  • Kompensation bleibender Defizite, u.a. auch durch Hilfsmittel“ („Ergotherapie heute“. DVE)